Orchesterverein Stuttgart e.v.
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Presseinformation - 20.03.2007

Selbstbewusste Schüchternheit
Die Geigerin Arabella Steinbacher auf dem Weg zum Weltruhm

Von Götz Thieme
Es ist unbegreiflich beruhigend, dass Arabella Steinbacher Erdbeersaft bestellt - auch wenn sie sich dann mit Marakujaschorle bescheiden muss, der höchsten Form des Exotismus im Lokal. Der Wunsch re-individualisiert, was von gleichmacherischen PR-Kräften ins Glatt-Gefällige gebogen wird. Was sonst wäre die Geigerin Steinbacher als ein weiteres Gesicht im Fotowettkampf der Geigengirlies? Die 25-Jährige, die heute in Stuttgart das Brahms-Doppelkonzert mit dem Cellisten Daniel Müller-Schott und dem Orchesterverein aufführt, wehrt sich heftig gegen die imagehafte Pose - obwohl sie letztlich von ihrer Website einem wie all die anderen, wie Hillary Hahn, Janine Jansen, Julia Fischer, Sarah Chang, tief in die Augen blickt und wehendes braunes Haar ewigen Frühling verspricht. Auf dem (Foto-)Papier zählt Sexability. So ist das Geschäft. Männer mit der Violine in der Hand haben zur Zeit wenig Chancen - eine neue Form von Sexismus. Die in München geborene Musikerin, die früher noch Zeit zum Salsatanzen hatte und gerne eine Weile in Spanien leben würde, trotzt auf ihre Weise den Mechanismen des Marktes, indem sie nicht die Schlachtrösser Mendelssohn und Bruch, Beethoven und Tschaikowsky aufnimmt, sondern Chatschaturjan, Milhaud und ein spanisch-südamerikanisches Recital mit Musik von de Falla bis Piazzolla. Indem sie, trotz anderer Angebote, ihrer Plattenfirma Orfeo treu bleibt, ein Label, dem schlicht der Etat fehlt für den Medienzirkus. Ihre letztes Jahr zum Schostakowitsch-Zentenarium erschienene CD mit den beiden Violinkonzerten erhielt so die angemessene Aufmerksamkeit allein durch musikalische Qualität und nicht durch die Fotostrecke im Beiheft. Eine famose Aufnahme, die die meisten konkurrierenden Bemühungen zum Hundertsten des Russen auf die Plätze verwies. Viel lieber schließt Steinbacher die Augen (auf dem Podium), als mit dem Kunden zu flirten. Diese seltsame Spannung zwischen naturgegebener Diskretion bis zur Selbstverleugnung - vielleicht nennt man das besser selbstbewusste Schüchternheit - und dem Versuch, offen zu wirken, unterscheidet sie von anderen. Die Studienkollegin Julia Fischer - Steinbachers ewig-sanfter Stachel - demonstriert, wie man karrierefreundlich glamouröse Fernsehporträts provoziert, obwohl Fischer vanessamaehafte Überschreitungen der Geschmacksgrenzen vermeidet. Nicht genervt, guterzogen-bedauernd sinnt Steinbacher: Wann wird man über sie sprechen, ohne diesen Namen zu nennen? Sie und die ein Jahr jüngere Fischer kennen sich, seit sie die ersten Geigentönchen nach der Suzuki-Methode lernten. Der Jungstudentin Steinbacher folgte Fischer bald nach an die Münchner Musikhochschule zu beider Lehrerin Ana Chumachenco. Es hat eine schicksalhafte Folgerichtigkeit, dass Steinbachers Stradivari, die ihr von einer japanischen Stiftung zur Verfügung gestellt wird, vorher verliehen war an - Julia Fischer. Da lacht Steinbacher endlich und wirkt befreit. Tatsächlich braucht sie Vergleiche nicht zu fürchten. Steinbachers aus der russischen Schule sich speisende Technik grenzt ans Makellose, und wer wie sie mit dem absoluten Gehör gesegnet ist, muss sich um Intonation wenig sorgen. Das eigentlich fesselnde an ihrem kultivierten, warmen Spiel: andere streichen perfekt-kalt die Saiten, Steinbacher singt auf der Geige. Eine Begabung, die sich leicht herleiten lässt. Ihr Vater war von 1960 bis1972 Solorepetitor der Bayerischen Staatsoper, danach lehrte er als Professor. Auf einem jüngst veröffentlichten Privatband von Fritz Wunderlich kann man hören, wie er den Tenor begleitet. "Die Sänger gingen ein und aus bei uns, bis heute", erzählt Arabella Steinbacher, die mit zweitem Namen Miho heißt. Auch ihre Mutter, eine Japanerin, war Sängerin. Singen auf der Violine, passioniert, traurig, auch kräftig-sinnlich - das scheint Steinbachers Ideal. Kein fernes. Arabella Steinbacher spielt heute um 20 Uhr mit dem Orchesterverein im Beethovensaal

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