Orchesterverein Stuttgart e.v.
© Martin Stollberg
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Presseinformation - 20.03.2007

"Wir sind Stuttgarts bestes Laienorchester"
Der Orchesterverein feiert heute mit einem Festkonzert sein 150-Jahr-Jubiläum

Von Susanne Benda
Das Jahr 1857 muss in Stuttgart ein besonders gutes gewesen sein: In der Hochzeit der bürgerlichen Emanzipation und des bürgerschaftlichen Engagements entstand nicht nur das Konservatorium als Vorgänger-Institut der späteren Musikhochschule und Musikschule, sondern auch der Orchesterverein Stuttgart mit dem Ziel der "Einübung und Aufführung guter Instrumentalkompositionen, namentlich älterer Meister" durch praktizierende Musikliebhaber. Dabei legte der Musikalienhändler Rudolf Zumsteeg, Enkel jenes Hofkapellmeisters Johann Rudolf Zumsteeg, der vielen als der bedeutendste Komponist gilt, den die Neckarmetropole hervorbrachte, seinerzeit viel Wert auf den Bindestrich. "Orchester-Verein" nannte sich zunächst die zwanzigköpfige Herrenrunde, die sich auf seine Initiative hin zusammenfand, weil die Gründung einen doppelten Zweck erfüllen sollte: Konzerte wollte man geben (das erste fand am 19. Mai 1857 im Café Werner in der Marienstraße statt), und als selbstständige Veranstaltungen bot man außerdem so genannte Unterhaltungen, in denen "Kompositionen leichterer Gattung" zu hören waren - eine der Nebenaktivitäten, die den außerdem gern wandernden, tanzenden und feiernden Verein auszeichneten. Heute schreibt sich der Orchesterverein ohne Bindestrich - launig könnte man daraus folgern, für dieses Orchester sei mittlerweile eben jedes Konzert gleichzeitig auch ein Fest. Und zu feiern gibt es nicht nur eine Geschichte, die seit jeher eng mit anderen Institutionen und mit Honoratioren der Stuttgarter Musikwelt verbunden ist - zu den aktiven Mitgliedern zählten unter anderen der Architekt Ludwig Eisenlohr und der Maler Adolf Hölzel -, sondern auch einen Aufschwung, für den in den letzten gut drei Jahrzehnten der Dirigent Fritz Roth gesorgt hat. Nach eigenem Bekunden hat dieser jedenfalls seit 1976 "aus einem armseligen Haufen von zwanzig bis dreißig Leuten" ein neunzig- bis hundertköpfiges Ensemble geformt, auf das er richtig stolz ist: "Wir sind Stuttgarts bestes Laienorchester." Wobei er rasch einräumt, dass das Christophorus-Sinfonieorchester des ehemaligen Orchestervereins-Konzertmeisters und RSO-Bratschers Patrik Strub auch sehr gut sei - "bei uns liegt nur der Altersdurchschnitt etwa zwanzig Jahre höher". Noch 1891 ergänzte der Orchesterverein seine Satzung um die Vorgabe, vor allem Musikstücke aufführen zu wollen, "die in Stuttgart selten oder gar nicht gehört werden". Diese Maxime gab man später auf; heute spielt das Orchester vornehmlich sinfonisches Kern-Repertoire von Beethoven bis Schostakowitsch. Grenzen der Spielbarkeit sieht Roth für seine Musiker bei groß besetzten Werken wie Bruckners achter oder neunter Sinfonie, "bei Mahler ist nach der Fünften Schluss", und filigrane Stücke wie Mendelssohns "Italienische" würde er nie dirigieren - auch wenn "die Leute die schwierigen Werke oft üben wie verrückt". Lediglich die Stimmführer des Orchesters sind Profis - meist Musikschullehrer und freie Musiker -, beim Rest dominieren Ärzte, Lehrer, Juristen und Ingenieure, von denen viele aus dem Universitätsorchester zum Orchesterverein wechselten. Ein Zehntel des Budgets wird durch Subventionen gedeckt, ansonsten finanziert man sich durch die Einnahmen von jährlich drei Konzerten sowie durch Gelder von Sponsoren und von (zurzeit etwa 450) fördernden Mitgliedern. Sie machen es möglich, dass das Orchester heute auch für seine prominenten Solisten bekannt ist. Diese spielen, weil sie das Orchester und seinen rührigen 68-jährigen Chef mögen, für freundliche Miniaturgagen - und logieren zur Proben- und Konzertzeit oft daheim bei Roths in Sillenbuch. "Solange ich noch fit bin, mache ich weiter", sagt der Dirigent. Gut sieht er dabei aus. Man muss sich keine Sorgen machen.

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