Orchesterverein Stuttgart e.v.
© Martin Stollberg
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Presseinformation - 19.03.2007

Schmaler Grat zwischen Herausforderung und Überlastung
Der Orchesterverein Stuttgart gilt als eines der ältesten deutschen Laienorchester - und feiert jetzt seinen 150. Geburtstag

Von Ulrich von Schwerin
Der Orchesterverein, der am 20. März in der Liederhalle 150-Jahr-Jubiläum feiert, blickt auf eine lange Tradition zurück. Als eines der ältesten deutschen Laienorchester hat es sich mit einem anspruchsvollen Programm einen Namen gemacht. In der an Brüchen reichen deutschen Geschichte sind 150 Jahre eine lange Zeit. Doch der Stuttgarter Orchesterverein, der 1857 gegründet wurde, hat in einem von Kriegen und Umstürzen geprägten Jahrhundert eine erstaunliche Kontinuität bewiesen. Entstanden sei das Laienorchester aus dem musisch interessierten Bildungsbürgertum, erklärt Wolfgang Schölzel, langjähriger Geschäftsführer des Vereins. Die Idee war es, einen Ort für Musik und Gespräch zu schaffen - ein Ziel, das seinen Ausdruck in der Bezeichnung Orchesterverein fand. Erst im Zuge der Individualisierung verlor der soziale Aspekt seine Bedeutung und trat hinter die Musik zurück. Zur Zeit der Gründung waren private Musikkreise nichts Ungewöhnliches. Doch Joachim Jung, der für das Orchester die Pressearbeit macht, ist kein deutsches Laienorchester bekannt, das auf eine so lange Geschichte zurückblicken kann. Einen tiefen Einschnitt bedeutete der Zweite Weltkrieg. Zahlreiche Mitglieder waren an der Front ums Leben gekommen, Instrumente und Notensammlung hatten unter den Luftangriffen stark gelitten. Doch schon im Herbst 1946, mit der Genehmigung der amerikanischen Militärverwaltung, ging es weiter. Zunächst in verschiedenen Behelfssälen untergebracht, fand das Orchester 1969 schließlich einen festen Proberaum in der Schlossrealschule. Dort trifft sich das Orchester seit bald vier Jahrzehnten jeden Donnerstagabend. Doch nicht nur der Proberaum, sondern auch Leitung und Besetzung sind erstaunlich konstant geblieben. Fritz Roth, der musikalische Leiter des Ensembles, hat dieses Jahr sein 30-Jahr-Jubiläum gefeiert. Der heute pensionierte Gymnasiallehrer hat wie kein Anderer das Orchester in der Nachkriegszeit geprägt. "Eine wichtige Integrationsfigur" nennt ihn Joachim Jung, der als junger Trompeter seinetwegen zum Verein kam. "Ein besonderes Talent im Umgang mit Laienmusikern" bescheinigt ihm Wolfgang Schölzel, der seit langer Zeit als Bratschist mitspielt. Viele der Musiker sind seit Jahrzehnten dabei, Wechsel gibt es kaum, die zahlreichen Anfragen müssen daher meist zurückgewiesen werden. Trotzdem reicht das Altersspektrum von Anfang dreißig bis Ende siebzig. Besonders stark vertreten sind Ärzte, doch auch viele Lehrer, Architekten und Juristen findet man bei den Streichern, während bei den Bläsern Berufsmusiker und Musikstudenten vorherrschen. Immer anspruchsvollere Stücke hat das Orchester eingeübt. Als "Gratwanderung zwischen Herausforderung und Überlastung" beschreibt Jung die Zusammenstellung des Programms. Einerseits sind die meisten Musiker berufstätig und finden nur wenig Zeit zum Üben. Andererseits muss sich das Orchester, um sich in der Stuttgarter Musikszene behaupten zu können, von den anderen Orchestern absetzen. Dazu dient auch die Kooperation mit dem Ballett, die zu der originellen Form der "Ballettkonzerte" geführt hat, bei denen das Orchester mit auf der Bühne sitzt. Auch mit der Musikhochschule arbeitet das Orchester eng zusammen, wo jedes Jahr ein Kammermusikkonzert mit jungen Solisten stattfindet. Große Stars sind aus dem Verein nicht hervorgegangen, doch Roth hat einige Karrieren angestoßen. Der Pianist Gerhard Opitz, der früher im Orchester spielte, ist immer gern zurückgekommen. Auch der Cellist Daniel Müller-Schott, der zum diesjährigen Jubiläumskonzert auftritt, ist seit langem dem Verein verbunden. Mit Werken von Brahms und Schubert wird der Orchesterverein im März Geburtstag feiern - und auf die nächsten hundert Jahre anstoßen. Jubiläumskonzert Orchesterverein Stuttgart, 20. März, Liederhalle, Beethovensaal, 20 Uhr

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